Praktikum oder Job im Unternehmen
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Studenten forschen an KI in der Automobilbranche
<p>Im Rahmen eines Praktikums oder als Werkstudent in einem Unternehmen jobben &ndash; die Informatik-Studenten Tim Kruse und Simon Graf sehen das als ideale Chance, ihre IT-Kenntnisse aus dem Studium in die Praxis umzusetzen. Beide arbeiten im AI Lab Saarbr&uuml;cken des ZF Technologiezentrums f&uuml;r K&uuml;nstliche Intelligenz und Cybersicherheit. Es hat seinen Sitz im Scheer Tower II auf dem Campus der Universit&auml;t.&nbsp;</p>
© Gerhild Sieber

Die Informatik-Studenten Simon Graf (l.) und Tim Kruse (r.) arbeiten parallel zum Studium im Technologiezentrum von ZF.

<p>&bdquo;Ich k&uuml;mmere mich um die notwendige Infrastruktur f&uuml;r KI, das hei&szlig;t, ich sorge daf&uuml;r, dass die Programme reibungslos funktionieren&ldquo;, berichtet Tim Kruse. Der 23-J&auml;hrige, der aus Wiesbaden zum Studium nach Saarbr&uuml;cken gekommen ist und hier im f&uuml;nften Semester &bdquo;Data Science and Artificial Intelligence&ldquo; studiert, arbeitet seit M&auml;rz dieses Jahres als Werkstudent im AI Lab des Automobilzulieferers ZF. &bdquo;AI&ldquo; steht f&uuml;r &bdquo;Artificial Intelligence&ldquo; und ist die englische Bezeichnung f&uuml;r &bdquo;KI&ldquo;, also &bdquo;K&uuml;nstliche Intelligenz&ldquo;. In dem Technologiezentrum, welches vor drei Jahren an den Start ging und das in einem der beiden roten Scheer Tower neben der Uni-Mensa angesiedelt ist, forschen Algorithmenentwickler von ZF an den zwei gro&szlig;en Themen &bdquo;automatisiertes Fahren&ldquo; und &bdquo;Industrie 4.0&ldquo;.&nbsp;</p> <p>
© Gerhild Sieber

Es motiviert mich, dass die Umsetzung meines Wissens in die Entwicklung von KI-Software einfließt.

Tim Kruse
</p> <p>&bdquo;Hier kann ich das theoretische Wissen und die Modelle, die uns im Studium vermittelt werden, in der Anwendung kennenlernen und kriege &uuml;berdies die neuesten Entwicklungen mit&ldquo;, freut sich Tim Kruse. In seinem Team darf er selbst Tests entwickeln, ausprobieren und dokumentieren. &bdquo;Hier als Werkstudent zu arbeiten, ist definitiv empfehlenswert. Es verfestigt den Stoff, und die Tatsache, dass die Umsetzung meines Wissens in die Entwicklung von KI-Software einflie&szlig;t, motiviert mich sehr&ldquo;, sagt der Informatik-Student. Die 15 Wochenstudenten als Werkstudent, die man sich frei einteilen kann, lie&szlig;en sich mit der richtigen Planung gut mit dem Studium vereinbaren, meint er. &bdquo;Zudem ist die Lage auf dem Campus ideal. Und Homeoffice kann man auch machen.&ldquo;</p> <p>Auch der 20-j&auml;hrige Simon Graf nutzt die M&ouml;glichkeit, im AI Lab an der Entwicklung von KI-Software der Firma ZF mitzuarbeiten: W&auml;hrend der vorlesungsfreien Zeit hat er ein achtw&ouml;chiges freiwilliges Praktikum im Technologiezentrum auf dem Campus gemacht &ndash; in Vollzeit, also mit 35 Wochenarbeitsstunden. Zum Wintersemester, sein viertes Semester im Bachelor &bdquo;Data Science and Artificial Intelligence&ldquo;, kann er sich dann wieder voll dem Studium widmen. &bdquo;Das Wissensgebiet in meinem Studienfach ist breit; das Praktikum soll mir helfen herauszufinden, welche Richtung ich einschlagen m&ouml;chte&ldquo;, erz&auml;hlt der Saarl&auml;nder. &bdquo;Zudem denke ich, dass man hier etliche Dinge lernt, die einem im Arbeitsleben weiterhelfen.&ldquo;</p> <p>
© Gerhild Sieber

Das Praktikum soll mir helfen herauszufinden, welche Richtung ich einschlagen möchte. Zudem denke ich, dass man hier etliche Dinge lernt, die einem im Arbeitsleben weiterhelfen.

Simon Graf
</p> <p>Thematisch hat Simon Graf im Bereich des automatisierten Fahrens gearbeitet und sich speziell mit &bdquo;adversarial attacks&ldquo; befasst (zu Deutsch: &bdquo;feindliche Angriffe&ldquo;). Ein Projekt, das die Entwickler des AI Lab gemeinsam mit dem T&Uuml;V Nord und dem Bundesamt f&uuml;r Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) durchf&uuml;hren. Bei &bdquo;feindlichen physischen Angriffen&ldquo; werden die Eingangssignale in ein k&uuml;nstliches neuronales Netzwerk manipuliert, so dass die Software beispielsweise ein Bild falsch zuordnet. &bdquo;Ein typisches Beispiel ist das Erkennen von Verkehrsschildern&ldquo;, erkl&auml;rt Simon Graf. &bdquo;Wird ein Schild durch physische Attacken wie &Uuml;berkleben manipuliert, dann gibt der Algorithmus der KI eine falsche Vorhersage. Wir versuchen, die Modelle robuster zu machen, so dass Attacken oder auch Umwelteinfl&uuml;sse wie Verschmutzung sicher erkannt werden k&ouml;nnen.&ldquo;&nbsp;</p> <p>Dass Studierende der Informatik direkt auf dem Campus an solch aktuellen und anwendungsorientierten Fragestellungen forschen k&ouml;nnen, ist f&uuml;r Dr. Georg Schneider, Leiter des AI Lab Saarbr&uuml;cken, eine starke &bdquo;Win-Win-Situation&ldquo;: &bdquo;Die Studierenden erleben bei uns, wof&uuml;r sie ihren Stoff von der Uni brauchen, wie sie ihn praktisch einsetzen k&ouml;nnen. Und unser Ziel ist es, uns mit der Universit&auml;t zu vernetzen, um Studierende kennenzulernen und als zuk&uuml;nftige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen.&ldquo;<br /> &nbsp;</p>
Text:Gerhild Sieber
Gerhild Sieber
24.11.2022
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Das ZF Technologiezentrum für Künstliche Intelligenz und Cybersicherheit auf dem Campus der Saar-Universität – mit den zwei Sparten AI Lab und Cybersecurity Lab – ist im September 2019 gestartet. Derzeit arbeiten hier rund 50 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Themenschwerpunkte im AI Lab sind „Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren“ und „Industrie 4.0“.

Die technischen Entwicklungen für die „Industrie 4.0“ werden bereits bei der Getriebe-Produktion am Standort Saarbrücken eingesetzt, erklärt der Leiter des AI Lab Saarbrücken, Dr. Georg Schneider. Dabei gehe es sowohl um die Optimierung der Produktion (hierfür wurde das AI Lab 2022 mit dem „Logistik Award“ ausgezeichnet) als auch um Themen der Qualitätssicherung.

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