Fließgewässer im Saarland
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Gewässergüte wird von Wissenschaftlern überwacht
<p><strong>in starker Regen kann D&uuml;ngemittel aus &Auml;ckern ausschwemmen und B&auml;che damit belasten, aus Berghalden k&ouml;nnen Sulfate in Gew&auml;sser gelangen. Um solche Probleme fr&uuml;hzeitig zu erkennen, werden im Saarland auch kleine Flie&szlig;gew&auml;sser mit mobilen Messstationen &uuml;berwacht. Die Messergebnisse landen direkt online bei der Arbeitsgruppe Gew&auml;ssermonitoring an der Universit&auml;t des Saarlandes, die seit 20 Jahren die Untersuchungen durchf&uuml;hrt. Die flexible Online-&Uuml;berwachung verkn&uuml;pft mit einer ausgefeilten Messstrategie ist bundesweites Vorbild.</strong><br /> &nbsp;</p>
© AG Gewässerschutz
<p>An gro&szlig;en Fl&uuml;ssen wie Rhein und Donau gibt es feste Messstationen, deren Gew&auml;sserproben sp&auml;ter im Labor ausgewertet werden. Im Unterschied dazu wurden im Saarland mit einer F&ouml;rderung der Europ&auml;ischen Union und des Landesumweltministeriums schon vor 20 Jahren mobile Messeinheiten aufgebaut, die in Autoanh&auml;nger flexibel zu jedem kleinen Bach im Saarland transportiert werden k&ouml;nnen. Von dort werden die Messdaten per GSM direkt an die Universit&auml;t des Saarlandes &uuml;bertragen und von der Arbeitsgruppe Gew&auml;ssermonitoring ausgewertet, die am Lehrstuhl f&uuml;r Anorganische Festk&ouml;rperchemie angesiedelt ist.<br /> &nbsp;<br /> &ldquo;Die Stationen sind mit Online-Sonden und Analyseger&auml;ten ausgestattet, so dass kontinuierlich verschiedene Messgr&ouml;&szlig;en wie Sauerstoff, Wassertemperatur, pH-Wert und Salzgehalt erfasst werden. Zudem werden die Gehalte an Phosphat, Nitrat, Ammonium und Kohlenstoff-Verbindungen analysiert&ldquo;, erl&auml;utert Diplomgeographin Angelika Meyer, die die Arbeitsgruppe Gew&auml;ssermonitoring im Saarland unter Leitung von Professor Horst P. Beck mit aufgebaut und von Beginn an wissenschaftlich begleitet hat. Neben den mobilen Messeinheiten verf&uuml;gt die Arbeitsgruppe auch &uuml;ber Einzelsonden, um bei besonderen Belastungen direkt im Gew&auml;sser messen zu k&ouml;nnen. Auch k&ouml;nnen einzelne Proben im Labor auf eine Vielzahl weiterer Parameter untersucht werden.<br /> &nbsp;<br /> &bdquo;Wenn die Gew&auml;sserg&uuml;te in kleineren Flie&szlig;gew&auml;ssern durch Schadstoffe belastet wird, merkt man das in gr&ouml;&szlig;eren Fl&uuml;ssen oft nicht, weil sich bis dorthin die Konzentration der Schadstoffe stark verd&uuml;nnt hat. Daher ist die engmaschige &Uuml;berwachung durch mobile Messstationen so wichtig, weil wir damit neben anthropogenen Eintr&auml;gen auch Schwankungen w&auml;hrend des Tages und bei verschiedenen Wetterlagen genau verfolgen k&ouml;nnen&ldquo;, erkl&auml;rt Guido Kickelbick, Professor f&uuml;r Anorganische Festk&ouml;rperchemie der Universit&auml;t des Saarlandes. Heute spielten dabei nicht nur die Gew&auml;sserqualit&auml;t und der Hochwasserschutz eine zentrale Rolle, sondern verst&auml;rkt auch Aspekte des Klimaschutzes. &bdquo;Wenn wir verrohrte und kanalisierte B&auml;che wieder freilegen, so dass sie sich auf nat&uuml;rliche Weise durch Wiesen und W&auml;lder schl&auml;ngeln k&ouml;nnen, und wir zus&auml;tzlich die Ufer mit Geh&ouml;lzen bepflanzen, hilft das nicht nur beim Hochwasserschutz, sondern wirkt sich auch positiv auf das Mikroklima aus und tr&auml;gt zum Erhalt der Biodiversit&auml;t bei&ldquo;, erkl&auml;rt Kickelbick.<br /> &nbsp;<br /> Die Arbeitsgruppe Gew&auml;ssermonitoring wurde vor 20 Jahren mit F&ouml;rderung der EU und des Landes eingerichtet, um die europ&auml;ische Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, die zum Ziel hat, den chemischen und &ouml;kologischen Zustand aller Flie&szlig;gew&auml;sser in Europa zu sch&uuml;tzen und zu verbessern. Inzwischen wurde die Finanzierung des Gew&auml;ssermonitorings von der Landesregierung fast vollst&auml;ndig &uuml;bernommen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entwickeln die aufw&auml;ndige Messmethodik kontinuierlich weiter. Im vergangenen Jahr wurde das Projekt um weitere f&uuml;nf Jahre verl&auml;ngert. Eine langfristige Perspektive der Thematik befindet sich in enger Abstimmung aller Beteiligten.&nbsp;<br /> &nbsp;<br /> &bdquo;Die gute und langj&auml;hrige Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Gew&auml;ssermonitoring der Universit&auml;t des Saarlandes liefert uns wichtige Daten zur Gew&auml;sserg&uuml;te der unterschiedlichsten Fl&uuml;sse im Saarland. Die Ergebnisse helfen bei der Umsetzung des Ma&szlig;nahmenprogramms nach der Wasserrahmenrichtlinie und sind ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum guten Zustand der saarl&auml;ndischen Gew&auml;sser&ldquo;, betont die saarl&auml;ndische Umweltministerin Petra Berg.<br /> &nbsp;<br /> Weitere Informationen: <a href="http://www.gewaesser-monitoring.de" style="color: rgb(14, 57, 114); font-weight: normal; text-decoration: underline;" target="_blank">www.gewaesser-monitoring.de</a><br /> &nbsp;</p>
Text:Friederike Meyer zu Tittingdorf
Friederike Meyer zu Tittingdorf
19.08.2022
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